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Die Regelfragen und Antworten aus der DFB-SR-Zeitung Nr. 5/2025

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Die nachstehenden Fragen und Antworten wurden der DFB-SR-Zeitung Nr. 5/2025 entnommen.

Regelfragen SR-Zeitung 5/2025

Situation 1

Eine Flanke aus dem Halbfeld wird in den Strafraum geschlagen. Noch bevor der Ball überhaupt in den Strafraum gelangt, wird dort der Mittelstürmer mit beiden Armen von einem Verteidiger zu Boden gerissen. Der Mittelstürmer stand allerdings beim Abspiel in einer Abseitsposition. Wie entscheidet der Schiedsrichter?

Lösung

Strafstoß; Verwarnung. Die Abseitsposition ist noch nicht strafbar, da zum Zeitpunkt des Haltevergehens noch kein Zweikampf mit dem Gegner um den Ball stattfindet. Somit ist das unsportliche Halten mit beiden Armen um den Gegner zu bestrafen.

 

Situation 2

Bei der Strafstoßausführung rutscht der ausführende Schütze aus und schießt sich den Ball selbst an sein Standbein. Von dort prallt der Ball Richtung Tor und wird vom Torhüter gehalten, der sich aber vor der Ausführung deutlich zu früh mit beiden Füßen von der Linie nach vorne bewegt hat. Wie entscheidet der Schiedsrichter?

Lösung

Wiederholung des Strafstoßes. Da hier zwei Vergehen zum Zeitpunkt der Ausführung von zwei verschiedenen Teams passieren, von denen jedoch keines höherwertig ist, wird der Strafstoß wiederholt. Ein höherwertiges Vergehen hätte zum Beispiel dann vorgelegen, wenn es verwarnungswürdig wäre – das ist hier aber nicht der Fall.

 

Situation 3

In der 2. Halbzeit hält der Torhüter, ohne bedrängt zu sein, den Ball zum wiederholten Mal länger als 8 Sekunden in den Händen. Der Schiedsrichter entscheidet auf Eckstoß und verwarnt beim zweiten Mal den Torhüter. Ist die Gelbe Karte gerechtfertigt?

Lösung

Nein. Beim zweiten Vergehen durch denselben Torhüter wird dieser eindringlich ermahnt und auf sein Fehlverhalten hingewiesen. Erst wenn der unwahrscheinliche Fall einer dritten Zeitübertretung eintritt, wird der Torhüter verwarnt.

 

Situation 4

In der 1. Halbzeit wird sowohl in der 35. Minute als auch unmittelbar vor der Halbzeitpause der Torhüter wegen zu langem Halten des Balles mit einer Ecke für den Gegner bestraft. Daraufhin wird der Torhüter in der Halbzeit von seinem Trainer ausgewechselt. In der 2. Halbzeit hat der neu eingewechselte Torhüter den Ball jedoch kurz vor Schluss länger als 8 Sekunden in der Hand, ohne dass er bedrängt wird. Wird nun zusätzlich zum Eckstoß eine Verwarnung durch den Schiedsrichter ausgesprochen?

Lösung

Nein. Es handelt sich um eine Persönliche Strafe, die für ein Fehlverhalten des Einzelnen ausgesprochen wird. Der Ersatztorhüter geht somit unvorbelastet ins Spiel.

 

Situation 5

In einem Landesligaspiel entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß. Der neutrale Schiedsrichter-Assistent rückt jedoch nicht auf den Schnittpunkt Strafraumlinie/Torlinie ein, sondern bleibt auf Höhe des Elfmeterpunktes stehen, da er dies bei einem Zweitligaspiel so gesehen hat. Handelt der Schiedsrichter-Assistent richtig?

Lösung

Nein. Diese Position wird nur in Spielen mit VA und Goal Line Technology übernommen, da hier die Technik die Torerzielung und das Verhalten des Torhüters überwacht, der Schiedsrichter-Assistent sich dagegen auf einen möglichen Abpraller bei einem verschossenen Strafstoß konzentrieren kann. In allen Spielen ohne einen VA und Goal Line Technology bleibt die ursprüngliche Position beim Strafstoß bestehen.

 

Situation 6

Als ein Stürmer im gegnerischen Strafraum bei einem Zweikampf zu Fall kommt, entscheidet der Unparteiische auf Weiterspielen. Nun beleidigt der Ersatz-Keeper des angreifenden Teams von der Auswechselbank den Schiedsrichter. Aus diesem Grund unterbricht dieser das Spiel. Welche Entscheidungen muss er treffen?

Lösung

Indirekter Freistoß auf der Seitenauslinie; Feldverweis/Innenraumverweis mittels Roter Karte. Der Freistoß wird immer auf der Stelle der Außenlinie ausgeführt, die dem Vergehen am nächsten liegt. Und da es sich hier um eine Unsportlichkeit handelt, wird diese mit einem indirekten Freistoß bestraft.

 

Situation 7

Als es im Strafraum zu einem leichten Oberkörperkontakt zwischen Verteidiger und Angreifer kommt, entscheidet der Schiedsrichter auf Strafstoß. Nun geht der Angreifer zum Schiedsrichter und sagt ihm, dass es aus seiner Wahrnehmung heraus kein Foul an ihm gewesen sei. Wie sollte der Referee reagieren?

Lösung

Schiedsrichterball. Der Unparteiische setzt das Spiel mit einem Schiedsrichterball fort, da er sich geirrt hat. Ein indirekter Freistoß mit Verwarnung kommt nicht infrage, da es kein absichtliches und unsportliches Vortäuschen eines Foul-spiels war. Eine Meldung des Spielers im Spielbericht für sein faires Verhalten ist je nach den Vorgaben des Landesverbandes möglich.

 

Situation 8

Ein Torschuss von der Strafraumgrenze wird auf Höhe des Elfmeterpunktes von einem Verteidiger mit dem Fuß abgewehrt. Dabei prallt der Ball zu einem Angreifer, der im Moment des Torschusses in einer Abseitsposition gestanden hatte. Entscheidung?

Lösung

Indirekter Freistoß wegen Abseits. Da es sich hierbei um eine absichtliche Torverhinderungsaktion handelt, bleibt das Abseits bestehen beziehungsweise wird in dem Moment wirksam, indem der Spieler an den Ball kommt oder ins Spiel eingreift.

 

Situation 9

Während die Heimmannschaft fünf Minuten vor Spielende knapp in Führung liegt, ist aus der Ferne bereits deutlich das Donnern eines Gewitters zu hören. Während die Gäste fordern, das Spiel mit Rücksicht auf die Gesundheit der Spieler zu unterbrechen, argumentiert die Heimmannschaft, dass man das Spiel noch zu Ende bringen sollte, bevor das Gewitter da ist. Welcher Argumentation sollte der Unparteiische folgen?

Lösung

Spielunterbrechung. Die Sicherheit aller Beteiligten ist der vorrangige Aspekt eines Schiedsrichters. Bei seiner Bewertung erster Anzeichen einer Gefährdung der Gesundheit der Beteiligten sollte er das Spiel unterbrechen und die Mannschaften sicherheitshalber in die Kabine bitten. Hier geht immer die Gesundheit und Unversehrtheit der Spieler vor.

 

Situation 10

Während ein Spieler des Gegners verletzt im Mittelkreis liegt, spielt ein Team den Ball in der eigenen Abwehrreihe. Sollte der Unparteiische darauf warten, dass die Verteidiger den Ball aus Rücksicht auf den verletzten Spieler ins Seitenaus spielen, um eine Behandlung zuzulassen? Oder sollte er das Spiel besser von sich aus unterbrechen, um es nach einer Behandlung dann mit einem Schiedsrichter-Ball fortzusetzen?

Lösung

Unterbrechung durch den Schiedsrichter; Schiedsrichterball. Es ist nicht Aufgabe der Spieler, eine Verletzung zu beurteilen, sondern hier muss der Unparteiische, sofern er der Meinung ist, dass der Spieler ernsthaft verletzt ist, das Spiel unterbrechen.

 

Situation 11

Als ein Angreifer in der gegnerischen Hälfte mit dem Ball am Fuß dribbelt, wird er von einem Verteidiger kurz festgehalten. Weil er sich jedoch losreißen und den vielversprechenden Angriff fortführen kann, entscheidet der Schiedsrichter nach diesem taktischen Foulspiel auf Vorteil. Während der Angreifer sein Dribbling fortsetzt, holt ihn der Verteidiger erneut ein. Knapp innerhalb des Strafraums bringt ihn dieser Verteidiger nun durch ein ballorientiertes Fußvergehen zu Fall und verhindert auf diese Weise eine klare Torchance des Gegners. Entscheidungen des Referees?

Lösung

Strafstoß; Verwarnung. Das erste taktische Vergehen wird mit Vorteil und Weiterspielen behandelt; es gibt somit eine Reduzierung von „Gelb“ auf keine Karte. Das zweite Vergehen wird aufgrund der Ballorientierung im Strafraum abgewertet von „Rot“ auf „Gelb“, somit letztendlich eine Gelbe Karte.

 

Situation 12

In einem Kreisligaspiel möchte ein Spieler aufgrund frostiger Temperaturen mit einer Zipfelmütze auflaufen. Von dieser Mütze geht weder eine Gefahr für andere Spieler aus, noch verschafft sich der Spieler dadurch einen Vorteil. Der Schiri verbietet dem Spieler das Tragen der Mütze, obwohl beide Torhüter wiederum ein Cap tragen. Handelt der Schiedsrichter korrekt?

Lösung

Kopfbedeckungen sind dem Torhüter erlaubt, zum Beispiel beim Blick in die Sonne oder das Flutlicht, aber keinem weiteren Spieler. Es sei denn, es handelt sich um eine medizinische Maßnahme. Diese liegt hier nicht vor, somit wird auch das Tragen der Kopfbedeckung nicht gestattet. Sollte ein medizinischer Grund vorliegen, so ist dieser dem Schiedsrichter gegenüber zu belegen.

 

Situation 13

Muss ein Schiedsrichter zur Ausführung eines Schiedsrichter-Balls pfeifen?

Lösung

Eine Spielfortsetzung muss immer dann mit Pfiff begleitet werden, wenn es zuvor eine Auswechselung, eine verletzungsbedingte Behandlung auf dem Spielfeld, eine Persönliche Strafe oder eine Abstandsregulierung gegeben hat. Ist einer dieser vier Fälle beim Schiedsrichter-Ball gegeben, so muss der Schiri auch hier pfeifen. Es empfiehlt sich jedoch auch nach längeren Unterbrechungen, das Spiel immer mit Pfiff fortzusetzen, um damit den Mannschaften zu dokumentieren, dass es weitergeht.

 

Situation 14

Fünf Minuten vor der geplanten Anstoßzeit pfeift der Unparteiische die Teams aus der Kabine. Während die Heimmannschaft sofort rauskommt, lassen die Gäste zunächst auf sich warten. Als der Schiedsrichter drei Minuten später nochmal an der Gäste-Kabine klopft, entgegnet der Trainer ihm, dass man noch zwei Minuten brauche, aber gleich da sei. Wie sollte der Unparteiische reagieren?

Lösung

Der Schiedsrichter wartet bis zur geplanten Anstoßzeit. Verzögert sich diese, meldet er den Vorfall und den Grund für die Verspätung im Spielbericht.

 

Situation 15

Ein Torwart hält den Ball länger als acht Sekunden kontrolliert in den Händen, ohne angegriffen zu werden. Der Schiedsrichter hatte vergessen, die letzten fünf Sekunden der erlaubten Ballkontrolle anzuzeigen. Darauf bekommt er nun einen Hinweis seines neutralen Assistenten. Wie kann er jetzt noch reagieren?

Lösung

Der Schiedsrichter verhängt einen Eckstoß aufgrund der Zeitüberschreitung des Torhüters. Den Arm zu heben ist ein Service für die Spieler und das Umfeld, aber keinesfalls die zwingende Voraussetzung für das Ahnden der Zeitüberschreitung.

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